ihr lieben!
ich bin mittlerweile seit drei tagen in meinem anderen, deutschen zuhause und sehr mit dem versuch beschäftigt, mich zu aklimatisieren. der sprung von 32 auf 1 grad ist dabei nur ein kleiner teil. viel schwieriger ist es, sich wieder an den rechtsverkehr zu gewöhnen und damit fertig zu werden, dass ich meine zähne jetzt eben nicht mehr unterm sternenhimmel putzen kann. viel zu schnell werden fließendes wasser, heizung, demokratie und meinungsfreiheit wieder "ganz normale" werte, selbstverständlichkeiten.
die letzten tage in nairobi waren noch recht ereignisreich. am montag hat anton seine zweite infusion bekommen und ich habe das waisenhaus besucht, in dem ich letztes jahr zwei monate gearbeitet habe, das liegt ja beinahe nebenan. erinnert ihr euch noch an richie, mein kleines lieblingsbaby? er war anfangs immer recht apatisch, schaukelte nur einsam vor sich hin und reagierte kaum auf seine umwelt. umso erstaunter war ich am montag, ihn lachen, plappern und sogar ein paar schritte laufen zu sehen. auch pauline, das kleine dürre baby von damals, hat sich zu einem prächtigen mädchen entwickelt und nichts von ihrem einnehmenden lachen verloren. es war wunderbar, "meine" kleinen racker wiederzusehen.
am dienstag haben wir ein anderes waisenhaus besucht, wo eine freundin letztes jahr gearbeitet hat. es gab ziemliche probleme dort, und weil meine freundin die einrichtung weiterhin unterstützen will, hat sie mich zur recherche vor ort geschickt. das habe ich sehr gern gemacht, weil ich bereits letztes jahr zweimal dort zu besuch war. damals hieß es shepherds waisenhaus und beherbergte 45 kinder in einer gegend, die wir in deutschland als slum bezeichnen würden, in wellblechhütten und mit einem schuttplatz als spielhof. bis meine freundin, die dort arbeitete, verwandte und bekannte in deutschland mobil machte und spielsachen und geld für zement sammelte, womit das waisenhaus einen aufschwung erfuhr und die bedingungen erheblich erleichtert und verbessert wurden. das zog allerdings auch neider auf den plan, die unter zwielichtigen behauptungen an das nun zementierte stück land wollten und nicht nur lügen und gerüchte verbreiteten, um die einrichtung in ein schlechtes licht zu ziehen, sondern soweit gingen, nachts mit einem laster anzufahren und zu versuchen, die kinder darin einzuladen und abzutransportieren. mit hilfe der anwohner konnten sich die kinder wehren, doch während des umzugs am nächsten tag wurden mehrere sachen gestohlen. nach einigem hin und her sind die mittlerweile 48 schutzbedürftigen kinder in einem winzigen haus untergebracht, mit neun räumen, die als klassen-, schlaf- und unterrichtsraum gleichzeitig dienen, die einrichtung wurde neu gegründet und geordnet, unterstützende organisationen über den neuen sachstand informiert (denn auch ihnen wurden gerüchte erzählt, damit andere leute die eigentlich für das waisenhaus gedachten spenden einsacken konnten) und man sammelt nun spenden für ein stück land, auf dem man wieder ganz von vorne anfangen muss und will..
das ganze war sehr berührend und hat mich ein bisschen mitgenommen, vor allem mit dem hintergedanken, dass regierungsmitglieder vor kurzem geld für die freie schulerziehung in eigene taschen gesteckt und sich mit nicht subventioniertem mais, der für die hungernde und lebensbedrohte bevölkerung im norden des landes gedacht war, bereichert haben. mit den gleichen korrupten methoden werden matatufahrer von polizisten ausgenommen und "piepsende" personen durch die sicherheitsschleußen am flughafen geschickt, vor aller augen. und korruption macht selbst vor kindern nicht halt, deren eltern tot, prostituierte, kriminelle, alkoholiker oder alles zusammen sind und die in einer kleinen, ehrenamtlichen organisation ein wenig schutz suchen.
nach der dritten ladung medizin, die anton an diesem tag nicht mehr in einer infusion aufgelöst, sondern als kompakte spritze verabreicht bekam (die gleich mal so reinhaute, dass er sich erstmal kurz setzen musste), sind wir dann noch mit seiner mutter pizza essen gegangen. das klingt jetzt für unsere verhältnisse ganz normal, aber zum normalen kenianischen (kulinarischen) alltag gehört pizza eigentlich nicht. nun habe ich anton ja bereits letztes jahr in die kunst des pizza-essens eingeweiht und während seiner drei monate in takatifu hat er des öfteren pizza-abende genossen (es sind halt doch viele wazungu dort), aber für seine mutter war es das allererste mal in ihrem leben. sie hat es sichtlich genossen und es war ein heidenspaß, ihr beim essen zuzusehen und dabei, wie ihr gesichtsausdruck von skeptisch über überrascht zu begeistert wechselte.
abends habe ich letzte dinge organisiert und gepackt, bei antons schwester zu abend gegessen und unter tränen meinen rückflug angetreten. die tränen sind getrocknet, die vorhaben groß und eins ist hundertundeinsprozentig sicher: NITARUDI!! ich komme wieder!
Freitag, 19. Februar 2010
Sonntag, 14. Februar 2010
einmal wald - hauptstadt --- ohne rueckfahrt :(
ihr lieben!
es ist schon eine weile her, seit ich das letzte mal geschrieben habe, aber wie ihr der ueberschrift entnehmen koennt, war ich im regenwald und da ist es nicht so einfach, an internet zu kommen. am freitag, 5. februar, bin ich mit antony von luanda nach shinyalu gefahren, in die einrichtung takatifu gardens. es waren viele bekannte gesichter dort und wir haben uns sofort wieder heimisch gefuehlt. bereits am wochenede haben wir dort angefangen, raeume zu streichen, weil takatifu gerade in einer erneuerungsphase steckte. das beinhaltet auch zimmer aus- und einraeumen, zeitungen auslegen und einsammeln, betten beziehen und auch den teich mit wasserundurchlaessiger, grell avocadofarbener farbe streichen. meine arbeitsklamotten sind jetzt ein bisschen bunter. :)
am sonntag waren wir in einer nahen kirche, eigentlich in einem gottesdienst einer maedchenschule. das heisst, der saal war voll mit braun uniformierten, laut singenden maedchen, die uns zwischen gesang und euphorischer gastpredigt eines pastors auf die buehne baten, damit wir uns vorstellen.
den rest der woche fuellte, neben dem streichen nachmittags, das vormittaegliche schulprogramm, fuer das wir morgens um acht in einer nahen primary school sein mussten. das easy english program soll lehrern und kindern beim englisch lernen helfen und wurde von den takatifus entwickelt. man marschiert also in die schule, nimmt sich eine klasse vor und zeigt ihnen bunte karten mit bildern drauf, deren englische begriffe die kinder lernen sollen. hinten drauf ist das englische wort und nach und nach lernen die kids so englische woerter zu lesen. manche sind besser, manche nicht so gut, und wir"sortierten" die kinder nach Lesefaehigkeit, was bei diesen neugierigen, schnippenden, TEACHA TEACHA TEACHA (= lehra lehra lehra) wiederholenden wilden doch recht anstrengend ist. nach vier klassen inklusive einer pause, in der wir tee kriegten, aber vor lauter spielen kaum zum trinken kamen, war ich meistens erstmal reif fuer die ruhige, abgeschirmte takatifu dining hall, bevor ich mir den streichpinsel geschnappt habe.
am sonntag kamen sabina und collins vorbei, zwei alte bekannte und gute freunde von letztem jahr und luden uns fuer freitag abend zu sich nach hause ein. sabina ist auch aus deutschland und baut zusammen mit collins gerade ein haus. wir hatten uns also viel zu erzaehlen, so viel, dass wir gleich bei ihnen uebernachtet haben, weil der weg ein bisschen lang ist. wir sind mit dem pikipiki, dem motorradtaxi dorthin gefahren. das war ein bisschen abenteuerlich, vor allem, als ich nach einer weile entdeckte, dass mein fahrer ne ziemliche fahne hatte. :) anyway, die beiden wollen ein waisenhaus bauen, weil es in der regenwaldgegend sehr viele vernachlaessigte kinder gibt. eins der hauptprobleme, dass mir auch bereits letztes jahr aufgefallen ist, ist chang'a, sogenanntes local brew, also hausgebrautes bier aus zuckerrohr. dafuer verkaufen leute sogar teile ihrer hauswand (!!). ein maedchen, das bei seinen grosseltern lebte und ganz schrecklich vernachlaessigt wurde, haben die beiden bei sich aufgenommen, bis das waisenhaus steht. ich habe schockierende fotos gesehen und auch anton dachte, als er sie wenige tage nach der "rettung" sah, dass sie nicht ueberleben wuerde; aber jetzt ist die dreijaehrige eunice alive and kicking, wie man so schoen sagt, quietschfidel und lebendig. ausserdem habe ich nora wiedergesehen, den hund, den ich collins damals geschenkt habe (bzw. mein hostfather) und der sich von einem knuddeligen welpen zu einer wahren (fast wohlerzogenen) schoenheit entwickelt hat.
am naechsten morgen, gestern, waehrend die sterne ueber dem regenwald verblassten, ging es zurueck zu takatifu, aber nur, um unser gepaeck in den bus nach nairobi zu tragen. die erste zwiscxhenstation war kisumu, und da haben wir sicher fast zwei stunden verbracht, auf passagiere wartend. und kisumu liegt am lake viktoriasee, das heisst es ist HEISS!!! uff. durch das fenster haben wir bettelnde strassenjungen gesehen. die tragen immer eine kleine plastikflasche mit schuhkleber drin, an der sie schnueffeln. diese droge macht sie manchmal sogar recht witzig, sie reissen witze und schaekern mit einem, aber mir bleibt das lachen immer im halse stecken. einen hat sich anton gegriffen und ihm tee und mandazi zum fruehstueck gekauft. prompt waren zwei andere da, die auch "chai" haben wollten, aber vor allem auf das geld aus waren, um mehr kleber kaufen zu koennen.
nairobi ist immer noch gleich, staendig im wechsel. aber weniger schlimm als ich dachte. aushaltbar zumindest. es ist so komisch, daran zu denken, dass ich in drei tagen schon wieder heimkomme. von zu hause nach hause. irgendwie unwirklich. die matatunummern sind noch die gleichen, der markt hat kaum etwas von seiner bunten vielfaeltigen faszination verloren.
ich wohne bei der gastfamilie, die ich noch von letztem jahr kenne. vier laute kinder und eine haushaltshilfe - da kommt man wenigstens nicht zum nachdenken!! :)
den valentinstag heute, der hier was ganz grosses ist, habe ich in einer einraumpraxis verbracht. anton hat schlimme malaria und brauchte eine infusion. wir waren in kayole, was man hier wohl als slum bezeichnen wuerde, weil seine mutter dort wohnt, und zwischen all den blechhuetten und heruntergekommenen haeusern gibts eine kleine minipraxis, mit einem alten, schwarzen exsoldaten, der sich riesig gefreut hat, den zweiten mzungu in seienr karriere in seiner klinik besuchen zu duerfen.
tja, ich hab also heute noch nicht viel gegessen, deswegen mache ich mich jetzt auf den weg, zwei blocks weiter zu meiner gastfamilie.
und fuer das verwirrte empfangskommitee: papa,ich komm am mittwoch, nicht am donnerstag! (checkmytrip.com) um 13:10 terminal 2
ich nehme an, das wars erstmal von mir, ihr hoert wieder von mir aus der anderen heimat, deutschland.
alles liebe. kwa heri. nyar anyiko.
es ist schon eine weile her, seit ich das letzte mal geschrieben habe, aber wie ihr der ueberschrift entnehmen koennt, war ich im regenwald und da ist es nicht so einfach, an internet zu kommen. am freitag, 5. februar, bin ich mit antony von luanda nach shinyalu gefahren, in die einrichtung takatifu gardens. es waren viele bekannte gesichter dort und wir haben uns sofort wieder heimisch gefuehlt. bereits am wochenede haben wir dort angefangen, raeume zu streichen, weil takatifu gerade in einer erneuerungsphase steckte. das beinhaltet auch zimmer aus- und einraeumen, zeitungen auslegen und einsammeln, betten beziehen und auch den teich mit wasserundurchlaessiger, grell avocadofarbener farbe streichen. meine arbeitsklamotten sind jetzt ein bisschen bunter. :)
am sonntag waren wir in einer nahen kirche, eigentlich in einem gottesdienst einer maedchenschule. das heisst, der saal war voll mit braun uniformierten, laut singenden maedchen, die uns zwischen gesang und euphorischer gastpredigt eines pastors auf die buehne baten, damit wir uns vorstellen.
den rest der woche fuellte, neben dem streichen nachmittags, das vormittaegliche schulprogramm, fuer das wir morgens um acht in einer nahen primary school sein mussten. das easy english program soll lehrern und kindern beim englisch lernen helfen und wurde von den takatifus entwickelt. man marschiert also in die schule, nimmt sich eine klasse vor und zeigt ihnen bunte karten mit bildern drauf, deren englische begriffe die kinder lernen sollen. hinten drauf ist das englische wort und nach und nach lernen die kids so englische woerter zu lesen. manche sind besser, manche nicht so gut, und wir"sortierten" die kinder nach Lesefaehigkeit, was bei diesen neugierigen, schnippenden, TEACHA TEACHA TEACHA (= lehra lehra lehra) wiederholenden wilden doch recht anstrengend ist. nach vier klassen inklusive einer pause, in der wir tee kriegten, aber vor lauter spielen kaum zum trinken kamen, war ich meistens erstmal reif fuer die ruhige, abgeschirmte takatifu dining hall, bevor ich mir den streichpinsel geschnappt habe.
am sonntag kamen sabina und collins vorbei, zwei alte bekannte und gute freunde von letztem jahr und luden uns fuer freitag abend zu sich nach hause ein. sabina ist auch aus deutschland und baut zusammen mit collins gerade ein haus. wir hatten uns also viel zu erzaehlen, so viel, dass wir gleich bei ihnen uebernachtet haben, weil der weg ein bisschen lang ist. wir sind mit dem pikipiki, dem motorradtaxi dorthin gefahren. das war ein bisschen abenteuerlich, vor allem, als ich nach einer weile entdeckte, dass mein fahrer ne ziemliche fahne hatte. :) anyway, die beiden wollen ein waisenhaus bauen, weil es in der regenwaldgegend sehr viele vernachlaessigte kinder gibt. eins der hauptprobleme, dass mir auch bereits letztes jahr aufgefallen ist, ist chang'a, sogenanntes local brew, also hausgebrautes bier aus zuckerrohr. dafuer verkaufen leute sogar teile ihrer hauswand (!!). ein maedchen, das bei seinen grosseltern lebte und ganz schrecklich vernachlaessigt wurde, haben die beiden bei sich aufgenommen, bis das waisenhaus steht. ich habe schockierende fotos gesehen und auch anton dachte, als er sie wenige tage nach der "rettung" sah, dass sie nicht ueberleben wuerde; aber jetzt ist die dreijaehrige eunice alive and kicking, wie man so schoen sagt, quietschfidel und lebendig. ausserdem habe ich nora wiedergesehen, den hund, den ich collins damals geschenkt habe (bzw. mein hostfather) und der sich von einem knuddeligen welpen zu einer wahren (fast wohlerzogenen) schoenheit entwickelt hat.
am naechsten morgen, gestern, waehrend die sterne ueber dem regenwald verblassten, ging es zurueck zu takatifu, aber nur, um unser gepaeck in den bus nach nairobi zu tragen. die erste zwiscxhenstation war kisumu, und da haben wir sicher fast zwei stunden verbracht, auf passagiere wartend. und kisumu liegt am lake viktoriasee, das heisst es ist HEISS!!! uff. durch das fenster haben wir bettelnde strassenjungen gesehen. die tragen immer eine kleine plastikflasche mit schuhkleber drin, an der sie schnueffeln. diese droge macht sie manchmal sogar recht witzig, sie reissen witze und schaekern mit einem, aber mir bleibt das lachen immer im halse stecken. einen hat sich anton gegriffen und ihm tee und mandazi zum fruehstueck gekauft. prompt waren zwei andere da, die auch "chai" haben wollten, aber vor allem auf das geld aus waren, um mehr kleber kaufen zu koennen.
nairobi ist immer noch gleich, staendig im wechsel. aber weniger schlimm als ich dachte. aushaltbar zumindest. es ist so komisch, daran zu denken, dass ich in drei tagen schon wieder heimkomme. von zu hause nach hause. irgendwie unwirklich. die matatunummern sind noch die gleichen, der markt hat kaum etwas von seiner bunten vielfaeltigen faszination verloren.
ich wohne bei der gastfamilie, die ich noch von letztem jahr kenne. vier laute kinder und eine haushaltshilfe - da kommt man wenigstens nicht zum nachdenken!! :)
den valentinstag heute, der hier was ganz grosses ist, habe ich in einer einraumpraxis verbracht. anton hat schlimme malaria und brauchte eine infusion. wir waren in kayole, was man hier wohl als slum bezeichnen wuerde, weil seine mutter dort wohnt, und zwischen all den blechhuetten und heruntergekommenen haeusern gibts eine kleine minipraxis, mit einem alten, schwarzen exsoldaten, der sich riesig gefreut hat, den zweiten mzungu in seienr karriere in seiner klinik besuchen zu duerfen.
tja, ich hab also heute noch nicht viel gegessen, deswegen mache ich mich jetzt auf den weg, zwei blocks weiter zu meiner gastfamilie.
und fuer das verwirrte empfangskommitee: papa,ich komm am mittwoch, nicht am donnerstag! (checkmytrip.com) um 13:10 terminal 2
ich nehme an, das wars erstmal von mir, ihr hoert wieder von mir aus der anderen heimat, deutschland.
alles liebe. kwa heri. nyar anyiko.
Freitag, 5. Februar 2010
Von Huehnern und Regen - Abenteuer in Luanda
ihr lieben!
bitte verzeiht zunaechst die tippfehler, aber diese tastatur hier ist echt ein wenig anstrengend. ich geb mein bestes.
also: ich bin also wieder in luanda, da wo so vieles im februar 2009 seinen anfang genommen hat, nachdem ich nach zwei monaten genug hatte von nairobi. ich habe gute freunde wieder getroffen und mich gestern um das projekt von einer freundin gekuemmert. ich habe die schule, in der sie freiwillig gearbeitet hat, besucht, und von ihren spenden zement und stifte gekauft. holterdipolter gings dann von luanda nach epang'a zu der schule. der zement wurde abgeladen, um demnaechst fuer klassenraeume verwendet zu werden und ich wurde herzlich begruesst. und dann habe ich jede der 15 klassen besucht, meiner leier abgezogen, von wegen jina langu ni laura, nimetoka ujerumani na andrea ni rafiki yangu. und ich hab euch hier was mitgebracht: einen bleistift fuer jeden schueler, "moja moja tu". die schueler haben jedesmal wieder angefangen: nzuri sana mwalimu, asante, shikamoo? (uns gehts gut, herr lehrer, danke und ihnen?) dann meine leier, stifte verteilen, naechster klassenraum, nzuri sana mwalimu... 15 klassen koennen ganz schoen anstrengend sein. aber ich war froh, dass ich ein kleines ibsschen der schule und meiner freundin helfen konnte. als wir die schule verliessen, hatten wir schon drei tasen tee intus: vom fruehhstueck bei jethron, vom chairman des schulkommitees und dann noch von der schule selbst. aber dabei sollte es nicht bleiben: weiter gings zur mutambi women group, wo ich vor einem jahr an einem work camp teilgenommen habe. wir wurtden herzlich begruesst und natuerlich gabs wieder was zu essen. leider hat die gruppe schwierigkeiten, ihre mitglieder, hauptsaechlich alte witwen, zu mobilisieren und so hat sich in dem einen jahr kaum was getan. doch ich hatte auch die chance, die beiden maedchen, die einmal eine lippenspalte hatten, zu sehen. nach den operationen, bei denen ich sie unterstuetzt hatte, haben sie keine schwierigkeiten mehr beim atmen oder essen. sie werden nun von der umgebung akzeptiert (waehrend sie vor der operation noch als boese geister angesehen und gemieden wurden) und haben koerperlich und psychisch zugelegt. zu fany wurden wir dann noch nach hause eingeladen, ein sehr einfaches haus mit schlechten waenden und tueren, aber mit viel essen. und weil fanys mutter hagari das noch nicht als ausreichende dankesgeste ansah, gab sie mir noch ein lebendiges huhn mit auf den weg. ich lief also durch die gegend mit einem leicht gestressten, aber recht huebschen huhn auf dem arm. leute, ich bin stolze besitzerin eines huhns... :) das tier wird wohl bei jethron bleiben, es hat sich schon an seine mitbewohner, die anderen huehner gewoehnt.
gestern nacht hat es dann noch voplle kanne geregnet. auf jethrons blechdach klingt das dann nicht wie geplaetscher, sondern eher beaengstigend laut. das ist die zeit, in der jethron nicht schlaeft, denn man weiss nie sicher, ob nicht jemand fremdes im haus ist und sachen klaut, waehrend man in dem ohrenbetaeubenden laerm gar nichts mitkriegt.
jetzt weht ein leichter wind, das ist ein bisschen erfrischend. die wassermassen haben richtige furchen in die roten trampelpfade gewaschen. es ist hier so schoen, felsen ueberall und durch das auf und ab der landschaft zeichnen sich tolle aussichten auf gruene haenge.
--- bis hier her konnte ich gestern schreiben, und dann gabs stromausfall. tschabumm, alles schwarz. vermutlich auch eine nachwirkung des regens. deswegen gehts heute hier weiter:
der regen, der gestern nachmittag und letzte nacht weiterging, hat die roten trampelpfade in reissenden stroemen ausgewaschen. man muss sich jetzt immer zweimal ueberlegen: nehme ich diesen weg als abkuerzung oder bleibe ich dann im matsch stecken?
gestern waren wir noch auf dem markt, denn montag und donnerstag ist market day in luanda, das heisst man kann frauen, die lautstark ihre ware anpreisen, obst, gemuese, kinderklamotten, koerbe, kochtoepfe, bunte stoffe und zucker, amaranth und waschpulver in kleinstmengen abkaufen. nachdem gestern dann der strom ausfiel, sind wir in das buero von jesses und jethrons neuer organisation gefluechtet und haben es uns dann bei jethron zu hause gemuetlich gemacht. ich hab einen brief geschrieben und einen plan entwickelt, wie ich apiyo, dem anderen operierten maedchen, dass in sehr armen verhaeltnissen lebt, weiterhin in sachen schulische erziehung helfen kann.
jetzt machen wir uns aber erstmal auf den weg nach takatifu gardens, zu den lieben leuten da, die einen haufen gute arbeit haben und mir wenig zeit zum nachdenken geben werden. das ist auch mal ganz gut. wir wollen von da am wochenende mal einen abstechjer in den regenwald machen, weil auch da deutsche und kenianische freunde von uns leben und arbeiten. ach ja, das ist mein kenia, und ich bin so beschaeftigt damit, all die alten plaetze und freunde zu besuchen, dass ich ueberhaupt nicht das beduerfnis habe, neue orte zu entdecken.
ich weiss noch nicht, wann ich mich wieder melde, vielleicht erst aus nairobi. und fuer alle, die so grosszuegig gespendet haben: ich arbeite an einer genauen ausfuehrung der verwendung des spendengeldes, die ich aber vermutlich erst aus deutschland hier online stellen werde. das dauert aber nicht mehr lange. in weniger als zwei wochen bin ich schon wieder zu hause. zu hause in deutschland. und nicht mehr zu hause in kenia.
euch einen schoenen fasching und ein hoffentlich so schopenes wochenende wie ich es haben werde. hab euch lieb!!
bitte verzeiht zunaechst die tippfehler, aber diese tastatur hier ist echt ein wenig anstrengend. ich geb mein bestes.
also: ich bin also wieder in luanda, da wo so vieles im februar 2009 seinen anfang genommen hat, nachdem ich nach zwei monaten genug hatte von nairobi. ich habe gute freunde wieder getroffen und mich gestern um das projekt von einer freundin gekuemmert. ich habe die schule, in der sie freiwillig gearbeitet hat, besucht, und von ihren spenden zement und stifte gekauft. holterdipolter gings dann von luanda nach epang'a zu der schule. der zement wurde abgeladen, um demnaechst fuer klassenraeume verwendet zu werden und ich wurde herzlich begruesst. und dann habe ich jede der 15 klassen besucht, meiner leier abgezogen, von wegen jina langu ni laura, nimetoka ujerumani na andrea ni rafiki yangu. und ich hab euch hier was mitgebracht: einen bleistift fuer jeden schueler, "moja moja tu". die schueler haben jedesmal wieder angefangen: nzuri sana mwalimu, asante, shikamoo? (uns gehts gut, herr lehrer, danke und ihnen?) dann meine leier, stifte verteilen, naechster klassenraum, nzuri sana mwalimu... 15 klassen koennen ganz schoen anstrengend sein. aber ich war froh, dass ich ein kleines ibsschen der schule und meiner freundin helfen konnte. als wir die schule verliessen, hatten wir schon drei tasen tee intus: vom fruehhstueck bei jethron, vom chairman des schulkommitees und dann noch von der schule selbst. aber dabei sollte es nicht bleiben: weiter gings zur mutambi women group, wo ich vor einem jahr an einem work camp teilgenommen habe. wir wurtden herzlich begruesst und natuerlich gabs wieder was zu essen. leider hat die gruppe schwierigkeiten, ihre mitglieder, hauptsaechlich alte witwen, zu mobilisieren und so hat sich in dem einen jahr kaum was getan. doch ich hatte auch die chance, die beiden maedchen, die einmal eine lippenspalte hatten, zu sehen. nach den operationen, bei denen ich sie unterstuetzt hatte, haben sie keine schwierigkeiten mehr beim atmen oder essen. sie werden nun von der umgebung akzeptiert (waehrend sie vor der operation noch als boese geister angesehen und gemieden wurden) und haben koerperlich und psychisch zugelegt. zu fany wurden wir dann noch nach hause eingeladen, ein sehr einfaches haus mit schlechten waenden und tueren, aber mit viel essen. und weil fanys mutter hagari das noch nicht als ausreichende dankesgeste ansah, gab sie mir noch ein lebendiges huhn mit auf den weg. ich lief also durch die gegend mit einem leicht gestressten, aber recht huebschen huhn auf dem arm. leute, ich bin stolze besitzerin eines huhns... :) das tier wird wohl bei jethron bleiben, es hat sich schon an seine mitbewohner, die anderen huehner gewoehnt.
gestern nacht hat es dann noch voplle kanne geregnet. auf jethrons blechdach klingt das dann nicht wie geplaetscher, sondern eher beaengstigend laut. das ist die zeit, in der jethron nicht schlaeft, denn man weiss nie sicher, ob nicht jemand fremdes im haus ist und sachen klaut, waehrend man in dem ohrenbetaeubenden laerm gar nichts mitkriegt.
jetzt weht ein leichter wind, das ist ein bisschen erfrischend. die wassermassen haben richtige furchen in die roten trampelpfade gewaschen. es ist hier so schoen, felsen ueberall und durch das auf und ab der landschaft zeichnen sich tolle aussichten auf gruene haenge.
--- bis hier her konnte ich gestern schreiben, und dann gabs stromausfall. tschabumm, alles schwarz. vermutlich auch eine nachwirkung des regens. deswegen gehts heute hier weiter:
der regen, der gestern nachmittag und letzte nacht weiterging, hat die roten trampelpfade in reissenden stroemen ausgewaschen. man muss sich jetzt immer zweimal ueberlegen: nehme ich diesen weg als abkuerzung oder bleibe ich dann im matsch stecken?
gestern waren wir noch auf dem markt, denn montag und donnerstag ist market day in luanda, das heisst man kann frauen, die lautstark ihre ware anpreisen, obst, gemuese, kinderklamotten, koerbe, kochtoepfe, bunte stoffe und zucker, amaranth und waschpulver in kleinstmengen abkaufen. nachdem gestern dann der strom ausfiel, sind wir in das buero von jesses und jethrons neuer organisation gefluechtet und haben es uns dann bei jethron zu hause gemuetlich gemacht. ich hab einen brief geschrieben und einen plan entwickelt, wie ich apiyo, dem anderen operierten maedchen, dass in sehr armen verhaeltnissen lebt, weiterhin in sachen schulische erziehung helfen kann.
jetzt machen wir uns aber erstmal auf den weg nach takatifu gardens, zu den lieben leuten da, die einen haufen gute arbeit haben und mir wenig zeit zum nachdenken geben werden. das ist auch mal ganz gut. wir wollen von da am wochenende mal einen abstechjer in den regenwald machen, weil auch da deutsche und kenianische freunde von uns leben und arbeiten. ach ja, das ist mein kenia, und ich bin so beschaeftigt damit, all die alten plaetze und freunde zu besuchen, dass ich ueberhaupt nicht das beduerfnis habe, neue orte zu entdecken.
ich weiss noch nicht, wann ich mich wieder melde, vielleicht erst aus nairobi. und fuer alle, die so grosszuegig gespendet haben: ich arbeite an einer genauen ausfuehrung der verwendung des spendengeldes, die ich aber vermutlich erst aus deutschland hier online stellen werde. das dauert aber nicht mehr lange. in weniger als zwei wochen bin ich schon wieder zu hause. zu hause in deutschland. und nicht mehr zu hause in kenia.
euch einen schoenen fasching und ein hoffentlich so schopenes wochenende wie ich es haben werde. hab euch lieb!!
Dienstag, 2. Februar 2010
nach der arbeit ist vor der arbeit
ihr lieben!
mein zweiter blogeintrag aus kenia. es ist ganz schoen viel passiert! die projekte gehen gut voran. heute morgen hab ich auf beiden baustellen nochmal vorbeigeschaut und bei der klinik wird fleissig gemaurert. die fundis sind dabei, saemtliche fundamentmauern auf gleiche hoehe zu bringen, und wenn die basis erstmal steht, kann der cdf (community development fund) informiert werden und man kann mit finanzieller unterstuetzung rechnen. das finde ich sehr wichtig, denn wenn es schon im landesinneren ressourcen gibt, sollte man die auch ausschlachten. nichtsdestotrotz gibt es neben all den spendern, die mich so grosszuegig unterstuetzen, noch eine zweite laura, die ich schon in deutschland getroffen habe und die auch am work camp teilgenommen hat. sie hat kontakt zu einer stiftung in deutschland und auch von dort wurde den projekten unterstuetzung zugesichert, und zwar nicht nur einmalig, sondern langfristig. so grossartig das ist - anton und mir ist die kinnlade runtergefallen! - es ist immer ein bisschen heikel, geld in kenia auszugeben, vor allem, wenn es von ausserhalb kommt und nicht wenig ist. es bedeutet sehr viel arbeit fuer anton, das geld so einzusetzen, dass kein falsches bild von ihm entsteht, dass das material sofort eingesetzt werden kann und dass die community nicht aufhoert, sich auch selbst an den projekten zu beteiligen. waehrend des work camps mussten anton und ich oefters mal eine rechenstunde einlegen, denn einfach einen laster geld in anyiko auszuleeren, geht halt nicht. es erfordert ein bisschen taktik, geschick, getrickse und kopfrechnen, um die spenden sinnvoll einzusetzen. aber wie gesagt, der ball rollt, die fundis maurern, und bei der polytechnic bin ich mir sicher, dass da bald ein zweiter klassenraum steht.
gegen ende des work camps sah man allerdings die motivation auf beiden seiten schrumpfen. die anzahl der freiwilligen locals schrumpfte enorm und auch die internationalen volunteers fingen an, sich in den umliegenden schulen zu verselbststaendigen. ich ging zum beispiel mehrmals in die primary, wo ich mit bild- und wortkarten englisch "unterrichtete". das gleiche werde ich auch in takatifu gardens tun, wo ich in drei tagen hinfahren werde und von wo die karten stammen. die kiddis sind total goldig. die sprechen ja noch nicht wirklich englisch, sind vielleicht sechs oder sieben und bruellen mir morgens erstmal GOOD MOOONING TEACHA!!! entgegen. nachdem ich class 2 und 3 woerter wie basket, fish, hot, left und colour beigebracht hatte, wurde ich noch von antons bruder/cousin/whatever in class 8 eingeladen. ich hab ein bisschen ueber germany, angela merkel, die jahreszeiten, schnee und das deutsche schulsystem erzaehlt, und dann kamen fragen wie "ist homosexualitaet in deutschland legal?", "woher kommt aids?" und "welche maschinen benutzt ihr, um eure felder umzugraben?". tja, dann steht man erstmal da. ich hab dann angefangen, einen trecker an die tafel zu malen... :)
ja, und dann gab es ziemlichen aufruhr. es wurde bekannt, dass mehrere leute in der nachbarschaft gestorben waren, selbst unsere nachbarn fingen an zu jammern und zu trommeln, ein drei tage dauerndes zeichen dafuer, dass jemand gestorben ist. und es kursierte das geruecht von cholera. das war einigen freiwilligen nicht geheuer und obwohl die anwohner bestaetigten, dass es sich um "rumors" handelte und dass der cholera-ausbruch in einem landesteil 30 kilometer entfernt stattfand, wo die hygienischen bedingungen wesentlich schlechter sind, liessen sich vier freiwillige nicht ueberzeugen und reisten vorzeitig nach nairobi ab. ich blieb die letzten beiden tage noch da, weil ich ueberzeugt war, dass wir mit der hilfe der einwohner von anyiko eine cholera-ungefaehrdete umgebung schaffen konnten, was auch der fall war. mehrere volunteers hatten malaria oder amoeben im verdauungssystem (antony eingeschlossen), aber keine cholera. ich kaufte desinfektion fuer alle und machte ein haende-wasch-spiel mit den kindern in der primary. und heute habe ich in ugunja, der naechsten, groesseren stadt, ein offizielles banner der regierung gesehen: cholera can be prevented! wash your hands, blablabla...
mir gehts soweit auch supergut. ich werde braun (juhuuu!) und ausser ein paar kratzern an meinen fuessen und ziemlich viel dreck, den ich wohl nur mit einem dreistunden-vollbad loswerde, bin ich unversehrt. ich bin aber auch nur so dreckig, weil ich die umgebung eben nicht gewohnt bin. die kenianer sind durchaus ein sehr hygienisches volk, das sehr viel wert auf sauberkeit legt und das weiss, wie man jeglichen dreck auch in dieser staubigen umgebung loswird. auch deswegen war ich mir ziemlich sicher, cholera vorbeugen u koennen.
so, und jetzt, nachdem ich bei der abschlusszeremonie mit geschenken und guten wuenschen ueberhaeuft wurde und zwei tage nach den anderen abschied von anyiko genommen habe, sitze ich also in luanda, schon mit dem naechsten projekt im kopf. hier werde ich mich einige tage um den ausbau einer schule kuemmern, fuer die eine freundin spenden gesammelt hat. am 5. februar geht's dann nach shinyalu in die organisation takatifu gardens, wo ich mich um nichts kuemmern muss, sondern einfach nur arbeiten. das wird wie urlaub! keine responsibility - woohoo!!
ich hoffe aber, dass ich mich vorher nochmal melden kann, um ueber meine drei tage in luanda, emuhaya zu erzaehlen.
uff, leute, es ist so heiss!! anton ist gerade die plaene fuer die dispensary kopieren gegangen und ich werde mal noch alle ausgaben zusammentragen, damit die lieben spender auch wissen, was mit ihrem geld alles erreicht wurde bisher. ich hab vorher drei briefe mit briefmarken ausgestattet und sie auf die reise geschickt, ich hoffe doch sehr, die kommen bald an. ich bin sehr froh mit dem, was hier so geschieht und habe schon wieder tausend ideen fuer meine naechste reise nach kenia. die leute fragen mich: wann kommst du wieder? und ich sage: vermutlich naechstes jahr, oder in zwei jahren. und sie sagen: weisst du, wir haben februar, das ist der anfang von 2010, das heisst es ist sooo lang bis naechstes jahr! komm doch einfach frueher...
alles liebe aus kenia, luanda.
nyar anyiko
mein zweiter blogeintrag aus kenia. es ist ganz schoen viel passiert! die projekte gehen gut voran. heute morgen hab ich auf beiden baustellen nochmal vorbeigeschaut und bei der klinik wird fleissig gemaurert. die fundis sind dabei, saemtliche fundamentmauern auf gleiche hoehe zu bringen, und wenn die basis erstmal steht, kann der cdf (community development fund) informiert werden und man kann mit finanzieller unterstuetzung rechnen. das finde ich sehr wichtig, denn wenn es schon im landesinneren ressourcen gibt, sollte man die auch ausschlachten. nichtsdestotrotz gibt es neben all den spendern, die mich so grosszuegig unterstuetzen, noch eine zweite laura, die ich schon in deutschland getroffen habe und die auch am work camp teilgenommen hat. sie hat kontakt zu einer stiftung in deutschland und auch von dort wurde den projekten unterstuetzung zugesichert, und zwar nicht nur einmalig, sondern langfristig. so grossartig das ist - anton und mir ist die kinnlade runtergefallen! - es ist immer ein bisschen heikel, geld in kenia auszugeben, vor allem, wenn es von ausserhalb kommt und nicht wenig ist. es bedeutet sehr viel arbeit fuer anton, das geld so einzusetzen, dass kein falsches bild von ihm entsteht, dass das material sofort eingesetzt werden kann und dass die community nicht aufhoert, sich auch selbst an den projekten zu beteiligen. waehrend des work camps mussten anton und ich oefters mal eine rechenstunde einlegen, denn einfach einen laster geld in anyiko auszuleeren, geht halt nicht. es erfordert ein bisschen taktik, geschick, getrickse und kopfrechnen, um die spenden sinnvoll einzusetzen. aber wie gesagt, der ball rollt, die fundis maurern, und bei der polytechnic bin ich mir sicher, dass da bald ein zweiter klassenraum steht.
gegen ende des work camps sah man allerdings die motivation auf beiden seiten schrumpfen. die anzahl der freiwilligen locals schrumpfte enorm und auch die internationalen volunteers fingen an, sich in den umliegenden schulen zu verselbststaendigen. ich ging zum beispiel mehrmals in die primary, wo ich mit bild- und wortkarten englisch "unterrichtete". das gleiche werde ich auch in takatifu gardens tun, wo ich in drei tagen hinfahren werde und von wo die karten stammen. die kiddis sind total goldig. die sprechen ja noch nicht wirklich englisch, sind vielleicht sechs oder sieben und bruellen mir morgens erstmal GOOD MOOONING TEACHA!!! entgegen. nachdem ich class 2 und 3 woerter wie basket, fish, hot, left und colour beigebracht hatte, wurde ich noch von antons bruder/cousin/whatever in class 8 eingeladen. ich hab ein bisschen ueber germany, angela merkel, die jahreszeiten, schnee und das deutsche schulsystem erzaehlt, und dann kamen fragen wie "ist homosexualitaet in deutschland legal?", "woher kommt aids?" und "welche maschinen benutzt ihr, um eure felder umzugraben?". tja, dann steht man erstmal da. ich hab dann angefangen, einen trecker an die tafel zu malen... :)
ja, und dann gab es ziemlichen aufruhr. es wurde bekannt, dass mehrere leute in der nachbarschaft gestorben waren, selbst unsere nachbarn fingen an zu jammern und zu trommeln, ein drei tage dauerndes zeichen dafuer, dass jemand gestorben ist. und es kursierte das geruecht von cholera. das war einigen freiwilligen nicht geheuer und obwohl die anwohner bestaetigten, dass es sich um "rumors" handelte und dass der cholera-ausbruch in einem landesteil 30 kilometer entfernt stattfand, wo die hygienischen bedingungen wesentlich schlechter sind, liessen sich vier freiwillige nicht ueberzeugen und reisten vorzeitig nach nairobi ab. ich blieb die letzten beiden tage noch da, weil ich ueberzeugt war, dass wir mit der hilfe der einwohner von anyiko eine cholera-ungefaehrdete umgebung schaffen konnten, was auch der fall war. mehrere volunteers hatten malaria oder amoeben im verdauungssystem (antony eingeschlossen), aber keine cholera. ich kaufte desinfektion fuer alle und machte ein haende-wasch-spiel mit den kindern in der primary. und heute habe ich in ugunja, der naechsten, groesseren stadt, ein offizielles banner der regierung gesehen: cholera can be prevented! wash your hands, blablabla...
mir gehts soweit auch supergut. ich werde braun (juhuuu!) und ausser ein paar kratzern an meinen fuessen und ziemlich viel dreck, den ich wohl nur mit einem dreistunden-vollbad loswerde, bin ich unversehrt. ich bin aber auch nur so dreckig, weil ich die umgebung eben nicht gewohnt bin. die kenianer sind durchaus ein sehr hygienisches volk, das sehr viel wert auf sauberkeit legt und das weiss, wie man jeglichen dreck auch in dieser staubigen umgebung loswird. auch deswegen war ich mir ziemlich sicher, cholera vorbeugen u koennen.
so, und jetzt, nachdem ich bei der abschlusszeremonie mit geschenken und guten wuenschen ueberhaeuft wurde und zwei tage nach den anderen abschied von anyiko genommen habe, sitze ich also in luanda, schon mit dem naechsten projekt im kopf. hier werde ich mich einige tage um den ausbau einer schule kuemmern, fuer die eine freundin spenden gesammelt hat. am 5. februar geht's dann nach shinyalu in die organisation takatifu gardens, wo ich mich um nichts kuemmern muss, sondern einfach nur arbeiten. das wird wie urlaub! keine responsibility - woohoo!!
ich hoffe aber, dass ich mich vorher nochmal melden kann, um ueber meine drei tage in luanda, emuhaya zu erzaehlen.
uff, leute, es ist so heiss!! anton ist gerade die plaene fuer die dispensary kopieren gegangen und ich werde mal noch alle ausgaben zusammentragen, damit die lieben spender auch wissen, was mit ihrem geld alles erreicht wurde bisher. ich hab vorher drei briefe mit briefmarken ausgestattet und sie auf die reise geschickt, ich hoffe doch sehr, die kommen bald an. ich bin sehr froh mit dem, was hier so geschieht und habe schon wieder tausend ideen fuer meine naechste reise nach kenia. die leute fragen mich: wann kommst du wieder? und ich sage: vermutlich naechstes jahr, oder in zwei jahren. und sie sagen: weisst du, wir haben februar, das ist der anfang von 2010, das heisst es ist sooo lang bis naechstes jahr! komm doch einfach frueher...
alles liebe aus kenia, luanda.
nyar anyiko
Samstag, 23. Januar 2010
eine ratte im wasser fuer das maedchen aus anyiko
ihr lieben!
endlich endlich habe ich mal zeit - und vor allem internetzugang, um euch zu schreiben. ich bin hier gut angekommen, enn auch etas ermuedet von der vielen fliegerei. waehrend sie am muenchner flughafen die maschine noch mit einer rosanen fluessigkeit enteisen mussten, schwitze ich hier nun bei ueber 30 grad im schatten und betoniere mich mit sunblocker zu. nichtsdestotrotz ist es einfach unglaublich, wieder hier zu sein. die landschaft, die gerueche, die menschen - nichts ist mehr fremd. manche sachen nehme ich gar nicht mehr so wahr: die bizarren fruechte am strassenrand (schonmal dragon fruit gesehen - geschweige denn gegessen??), die farbenfrohen stoffmuster, ziegen und kuehe, die ueber den markt spazieren... alles kommt mir so bekannt vor. die welt ist ein dorf und kenia ist mein zweites zuhause.
hier bei antony in anyiko waren alle total begeistert, mich wiederzusehen. leute, deren gesicht ich ueberhaupt nicht mehr im gedaechtnis hatte, kannten meinen namen, kinder tuschelten sich zu: oh, das ist laura!! mittlerweile nennen sie mich nyar anyiko, das maedchen aus anyiko, oder shemeji, das heisst schwaegerin, und da hier ja jeder antonys bruder ist, bin ich wohl mit dem ganzen dorf verschwaegert.
das work camp laeuft sehr erfolgreich soweit. die finanzen bespreche ich immer mit antony, der weiss am besten, was die baustelle im moment braucht und wie man die community dazu bringt, auch sich selbst einzubringen. die mithelferzahl ging natuerlich rapide zurueck waehrend der ersten arbeitswoche, aber das war nicht anders zu erwarten. trotzdem gibt es ein paar leute, die man kontinuierlich auf der baustelle sieht und die tatkraeftig mithelfen. wenn ich sage "baustelle", muss man sich ein gegrabenes fundament vorstellen, in dem der chief von anyiko north east ugenya location (blabla, ich weiss auch nicht, was genau seine aufgabe ist) und ich (!!) die ersten beiden grundsteine gelegt haben. (das war auch der tag, an dem ich nyar anyiko wurde.) mittlerweile haben wir da spezielle, grosse steine reinzememntiert und die zugeschaufelt, um das fundament stabil zu machen. (beim graben im roten, sandigen boden stoesst man immer wieder auf schlangeneier!) ausserdem haben wir in einem loch betonmischer gespielt: man lockert die lehmige erde, mischt sie mit wasser, schaufelt sie von einer seite zur anderen, stampft knietief in der pampe rum, haeuft sie auf, damit sie zwei tage ruhen kann und matscht die tonaehnliche masse dann in ziegelformen, die zum trocknen ausgelegt und mit gras bedeckt werden. das macht irre spass!! als wir heute morgen das gras entfernten, um die ziegel zu wenden, haben wir leider entdecken muessen, dass ueber nacht wohl jemand drauf rumgetrampelt sein muss, sei es aus missgunst oder schlafwandlerei (fuer die leute aus anyiko ist klar: das war ein witch doctor, ein schwarzer magier.), und ein paar ziegel von den bisher 2000 sind zerstoert. man wird wohl wachen aufstellen.
naechste woche ist dann das unfertige klassenzimmer der polytechnic dran. aber am montag bin ich erstmal im kuechenteam, das heisst, ich bleibe zu hause, also bei unserer gastfamilie, um fuer die anderen freiwilligen zu kochen. das funktioniert natuerlich nach wie vor ueber offenem feuer. so wie die dusche immer noch die altbewaehrte "bechertechnik" fordert, also: stelle dir eine grosse schuessel wasser in eine kabine, seife dich ein und schuette dann das kalte wasser ueber dich. ich wusste gar nicht, wie toll das ist, vor allem bei diesen temperaturen. fast so toll wie zaehneputzen unter diesem atemberaubenden, sternenvollen himmel. fast so toll wie das exotische vogelkonzert jeden morgen oder die affen, die uns ab und zu besuchen kommen. anstrengend dagegen ist das staendige wasser holen. alle zwei tage muessen wir los, unterhalb vom grundstueck wasser aus einem brunnen schoepfen und in unsere grossen tanks fuellen. eines morgens machte ich leider die unangenehme entdeckung einer toten ratte im tank. ich suchte so nach dem schoepfer in dem dunklen, schwarzen loch, weil ich mich waschen wollte, und stiess auf etwas weiches. das arme viech war wohl in der nacht in den tank gefallen und ertrunken. das hiess: 200 in harter arbeit hochgeschleppte liter duschwasser mussten weggekippt und ersetzt werden. :( und fuers trinkwasser muessen wir noch weiter laufen, bis zur naechsten grundschule, wo es eine pumpe gibt, und natuerlich hunderte neugieriger kinderaugen, die sich heimlich ueber die wazungu totlachen, die da versuchen, laeppische 20 liter zu zweit zu tragen.
unsere gruppe besteht aus kenianern, deutschen, finnen, einer niederlaenderin, einer kanadierin und einer japanerin. alles in allem kommen wir super miteinander aus, aber ohne konflikte gehts in so einer gruppe natuerlich nie. das ist vor allem fuer mich anstrengend, weil ich natuerlich die sicht der weissen verstehe, aber auch an kenianische verhaeltnisse gewoehnt bin. und dazu bin ich nicht einfach nur eine freiwillige, sondern ein dorfbekanntes gesicht und eine mitorganisatorin des camps. um mal ein bisschen abstand zu gewinnen, haben anton und ich deshalb beschlossen, diese nacht bei einem freund in einem etwas entfernteren dorf zu verbringen. er wollte letztes jahr schon, dass wir bei ihm uebernachten, und so haben wir jetzt die moeglichkeit, einen abend mal ueber was anderes zu reden und nicht ueber das morgige menue oder die arbeit fuer naechste woche nachdenken zu muessen.
noch kurz zu unserem nachmittagsprogramm: neben waesche waschen, tagebuch schreiben, kueken kucken, kuehe vom waschwasser vertreiben und einfach nur relaxen, besuchen wir auch schulen, unterhalten uns mit den schuelern und schauen ausserdem bei leuten vorbei, die uns bei der arbeit helfen. fuer die ist das natuerlich eine grosse ehre, so viele weisse bei sich willkommen zu heissen.
tja, was soll ich noch erzaehlen? ausser einem leichten grummeln in der magengegend, der andeutung eines sonnenbrandes und hoellischen muskelkaters leide ich weiter keine schmerzen. mir gehts blendend hier und ich finde es ueberraschend, wie einfach ich mich sofort wieder an alles gewoehnt habe. ich bin sehr, sehr froh, hier zu sein, wegen der projekte einerseits, aber auch einfach, weil ich das land und seine kultur sehr liebgewonnen habe.
am 31. januar reisen die freiwilligen ab, am 1. februar beginnt meine besuchstour. ich werde das "alte" work camp in ebulonga besuchen und dann in der naehe vom regenwald eine woche in takatifu gardens arbeiten. aber vielleicht habe ich vorher nochmal die gelegenheit, euch zu schreiben.
ich hoffe, ihr koennt euch eine etwaige vorstellung von meinen abenteuern machen und macht euch bitte nicht zu viele sorgen, wenn ich nicht oft schreibe. fuer mich persoenlich ist eben nicht mehr so vieles total neu und deswegen brennt mir auch nicht mehr so viel auf den lippen.
alles alles liebe und gute und die besten wuensche aus kenia!!
endlich endlich habe ich mal zeit - und vor allem internetzugang, um euch zu schreiben. ich bin hier gut angekommen, enn auch etas ermuedet von der vielen fliegerei. waehrend sie am muenchner flughafen die maschine noch mit einer rosanen fluessigkeit enteisen mussten, schwitze ich hier nun bei ueber 30 grad im schatten und betoniere mich mit sunblocker zu. nichtsdestotrotz ist es einfach unglaublich, wieder hier zu sein. die landschaft, die gerueche, die menschen - nichts ist mehr fremd. manche sachen nehme ich gar nicht mehr so wahr: die bizarren fruechte am strassenrand (schonmal dragon fruit gesehen - geschweige denn gegessen??), die farbenfrohen stoffmuster, ziegen und kuehe, die ueber den markt spazieren... alles kommt mir so bekannt vor. die welt ist ein dorf und kenia ist mein zweites zuhause.
hier bei antony in anyiko waren alle total begeistert, mich wiederzusehen. leute, deren gesicht ich ueberhaupt nicht mehr im gedaechtnis hatte, kannten meinen namen, kinder tuschelten sich zu: oh, das ist laura!! mittlerweile nennen sie mich nyar anyiko, das maedchen aus anyiko, oder shemeji, das heisst schwaegerin, und da hier ja jeder antonys bruder ist, bin ich wohl mit dem ganzen dorf verschwaegert.
das work camp laeuft sehr erfolgreich soweit. die finanzen bespreche ich immer mit antony, der weiss am besten, was die baustelle im moment braucht und wie man die community dazu bringt, auch sich selbst einzubringen. die mithelferzahl ging natuerlich rapide zurueck waehrend der ersten arbeitswoche, aber das war nicht anders zu erwarten. trotzdem gibt es ein paar leute, die man kontinuierlich auf der baustelle sieht und die tatkraeftig mithelfen. wenn ich sage "baustelle", muss man sich ein gegrabenes fundament vorstellen, in dem der chief von anyiko north east ugenya location (blabla, ich weiss auch nicht, was genau seine aufgabe ist) und ich (!!) die ersten beiden grundsteine gelegt haben. (das war auch der tag, an dem ich nyar anyiko wurde.) mittlerweile haben wir da spezielle, grosse steine reinzememntiert und die zugeschaufelt, um das fundament stabil zu machen. (beim graben im roten, sandigen boden stoesst man immer wieder auf schlangeneier!) ausserdem haben wir in einem loch betonmischer gespielt: man lockert die lehmige erde, mischt sie mit wasser, schaufelt sie von einer seite zur anderen, stampft knietief in der pampe rum, haeuft sie auf, damit sie zwei tage ruhen kann und matscht die tonaehnliche masse dann in ziegelformen, die zum trocknen ausgelegt und mit gras bedeckt werden. das macht irre spass!! als wir heute morgen das gras entfernten, um die ziegel zu wenden, haben wir leider entdecken muessen, dass ueber nacht wohl jemand drauf rumgetrampelt sein muss, sei es aus missgunst oder schlafwandlerei (fuer die leute aus anyiko ist klar: das war ein witch doctor, ein schwarzer magier.), und ein paar ziegel von den bisher 2000 sind zerstoert. man wird wohl wachen aufstellen.
naechste woche ist dann das unfertige klassenzimmer der polytechnic dran. aber am montag bin ich erstmal im kuechenteam, das heisst, ich bleibe zu hause, also bei unserer gastfamilie, um fuer die anderen freiwilligen zu kochen. das funktioniert natuerlich nach wie vor ueber offenem feuer. so wie die dusche immer noch die altbewaehrte "bechertechnik" fordert, also: stelle dir eine grosse schuessel wasser in eine kabine, seife dich ein und schuette dann das kalte wasser ueber dich. ich wusste gar nicht, wie toll das ist, vor allem bei diesen temperaturen. fast so toll wie zaehneputzen unter diesem atemberaubenden, sternenvollen himmel. fast so toll wie das exotische vogelkonzert jeden morgen oder die affen, die uns ab und zu besuchen kommen. anstrengend dagegen ist das staendige wasser holen. alle zwei tage muessen wir los, unterhalb vom grundstueck wasser aus einem brunnen schoepfen und in unsere grossen tanks fuellen. eines morgens machte ich leider die unangenehme entdeckung einer toten ratte im tank. ich suchte so nach dem schoepfer in dem dunklen, schwarzen loch, weil ich mich waschen wollte, und stiess auf etwas weiches. das arme viech war wohl in der nacht in den tank gefallen und ertrunken. das hiess: 200 in harter arbeit hochgeschleppte liter duschwasser mussten weggekippt und ersetzt werden. :( und fuers trinkwasser muessen wir noch weiter laufen, bis zur naechsten grundschule, wo es eine pumpe gibt, und natuerlich hunderte neugieriger kinderaugen, die sich heimlich ueber die wazungu totlachen, die da versuchen, laeppische 20 liter zu zweit zu tragen.
unsere gruppe besteht aus kenianern, deutschen, finnen, einer niederlaenderin, einer kanadierin und einer japanerin. alles in allem kommen wir super miteinander aus, aber ohne konflikte gehts in so einer gruppe natuerlich nie. das ist vor allem fuer mich anstrengend, weil ich natuerlich die sicht der weissen verstehe, aber auch an kenianische verhaeltnisse gewoehnt bin. und dazu bin ich nicht einfach nur eine freiwillige, sondern ein dorfbekanntes gesicht und eine mitorganisatorin des camps. um mal ein bisschen abstand zu gewinnen, haben anton und ich deshalb beschlossen, diese nacht bei einem freund in einem etwas entfernteren dorf zu verbringen. er wollte letztes jahr schon, dass wir bei ihm uebernachten, und so haben wir jetzt die moeglichkeit, einen abend mal ueber was anderes zu reden und nicht ueber das morgige menue oder die arbeit fuer naechste woche nachdenken zu muessen.
noch kurz zu unserem nachmittagsprogramm: neben waesche waschen, tagebuch schreiben, kueken kucken, kuehe vom waschwasser vertreiben und einfach nur relaxen, besuchen wir auch schulen, unterhalten uns mit den schuelern und schauen ausserdem bei leuten vorbei, die uns bei der arbeit helfen. fuer die ist das natuerlich eine grosse ehre, so viele weisse bei sich willkommen zu heissen.
tja, was soll ich noch erzaehlen? ausser einem leichten grummeln in der magengegend, der andeutung eines sonnenbrandes und hoellischen muskelkaters leide ich weiter keine schmerzen. mir gehts blendend hier und ich finde es ueberraschend, wie einfach ich mich sofort wieder an alles gewoehnt habe. ich bin sehr, sehr froh, hier zu sein, wegen der projekte einerseits, aber auch einfach, weil ich das land und seine kultur sehr liebgewonnen habe.
am 31. januar reisen die freiwilligen ab, am 1. februar beginnt meine besuchstour. ich werde das "alte" work camp in ebulonga besuchen und dann in der naehe vom regenwald eine woche in takatifu gardens arbeiten. aber vielleicht habe ich vorher nochmal die gelegenheit, euch zu schreiben.
ich hoffe, ihr koennt euch eine etwaige vorstellung von meinen abenteuern machen und macht euch bitte nicht zu viele sorgen, wenn ich nicht oft schreibe. fuer mich persoenlich ist eben nicht mehr so vieles total neu und deswegen brennt mir auch nicht mehr so viel auf den lippen.
alles alles liebe und gute und die besten wuensche aus kenia!!
Freitag, 8. Januar 2010
ich packe meinen rucksack und nehme mit...
... geschenke, geschenke, geschenke! ja, is denn scho wieder weihnachten? wie gut, dass ich schon heute mit dem groben packen begonnen habe. das musste sorgfältig geplant werden. nur mit system und blues-musik konnte ich die ganzen mitbringsel, die mir andere deutsche für ihre bekannten in kenia mitgegeben hatten, in meinem rucksack verstauen. die erste taktik, den mitzubringenden, kleinen rucksack mit meinen klamotten drin in meinen großen rucksack zu stopfen, ging schonmal nicht auf. alles war irgendwie voll und es lag noch so viel zum einpacken außenrum. also, den kleinen rucksack wieder retour, die restlichen geschenke und mitbringsel in den großen rucksack, und siehe da, da bleibt sogar noch eine winzige lücke für mein eigenes schreibzeug! jetzt nur noch die lebensmittel (brot, käse, schokolade) irgendwie verstauen, aber das war nicht mehr sooo schwierig, brotbackmischungstüten sind ja schließlich flexibel. nun sind also meine klamotten im handgepäck und alles in allem schleppe ich läppische elf kilo im großen und fünf im kleinen rucksack nach kenia. ich bin mal gespannt, ob ich es schaffe, genauso viele mitbringsel wieder mit zurückzunehmen oder ob nach erfolgter geschenkausgaben-diät das gepäck so abgespeckt bleiben wird. vielleicht fällt mir ja bis morgen auch noch was schweres ein, was ich UNBEDINGT noch mitnehmen muss. und wer noch tipps hat (oder irgendwas, was ich noch mitnehmen soll): schwer kanns ruhig sein, nur vielleicht nicht mehr so groß, bitte!
Luftballons, Tagebücher, Kinderklamotten und Aufladegeräte - frohes Packen!
Mittwoch, 6. Januar 2010
work camp beschreibung
dies ist die offizielle beschreibung des work camps auf der seite von civs - einige schreibfehler (ANYIKO statt ONYIKA!) inklusive. :)
Project: CIVS-(2)01/10 - ONYIKA HEALTH CENTRE
Educational safari: Volunteers interested in joining a three days wildlife safari to the famous Maasai Mara National reserve are advised to book in advance. Scheduled departures are three days before the orientation and three days after the workcamp. The cost for the educational safari is 280 Euro.The dates are as from 9th - 11th Jan and 1st - 3rd Feb.
Project: CIVS-(2)01/10 - ONYIKA HEALTH CENTRE
Onyika Health Center is a community initiative project that was initiated to serve the people of Ugunja community by offering cheaper and affordable yet effective medical and counselling services. Since the establishment of the project the local community have benefited tremedously as they dont require to walk for long distances to get these services. Thanks to the project lives have been saved and people have been made aware of major issues affecting them. The establishment of the centre has thus created employment to both the skilled and unskilled. The centre has increased the knowledge of the ugunja community in HIV/AIDS i.e. how to live with it positively as well as help reduce stigma.
Workcamp activities: The volunteers will take part in farm work activities that involve preparation of land Community work,sand harvesting, construction work and brick makingas wellas HIV/AIDS aweareness. In the afternoon the volunteers will be involved in out door activities that include school visits, workshops, and home visits volunteers are to work for a maximum of 5-6 hours a day. Weekends volunteers will take part in excursion to laern more about the area as well some of the can be free for dairy writting.
Accomodation: Volunteers will be hosted by a members of the project. You will need to have a sleeping bag and mat.
Food: Food is provided from what is locally availlable, but the volunteers will share in the responsibility of prepairing the food.
Meeting Point: All volunteers taking part in this project will meet in Nairobi for their one day orientation before proceeding to the project.
Orientation: Volunteers participating in this project will participate in the orientation that will be held on 12th January, 2010; hence volunteers are expected to have arrived in Nairobi before this day
Cost 265 Euros: This includes participation fee, food during the project, Airport transfers and 4 nights accommodation in Nairobi
Dienstag, 5. Januar 2010
Neues Jahr, neues Abenteuer
Es geht wieder los. Die Vorfreude steigt, der Spendenstand auch: Unglaubliche 2109, 50 € sind mittlerweile zusammengekommen und die nehme ich mit nach Anyiko, wo vom 13. bis 31. Januar 2010 ein work camp stattfinden wird. Das bedeutet: Mehrere Freiwillige aus der ganzen Welt werden sich dort einfinden, um zusammen mit der Dorfgemeinschaft die Arbeit für die beiden Projekte zu beginnen. Ich selbst werde schon zwei Tage früher anreisen (Der Flug geht am 10. Januar, am 11. werde ich in Nairobi ankommen und gleich nach Anyiko weiterreisen.), um im Voraus Baumaterial zu besorgen, das dann sofort verwendet werden kann.
An dieser Stelle möchte ich mich erstmal herzlich bedanken für all die Unterstützung, die ich von den unterschiedlichsten Menschen in unterschiedlichster Art in den unterschiedlichsten Situationen erfahren habe. Seien es großzügige Spenden, konkrete Hilfe auf der Radtour oder liebe Unterstützung in Form von aufbauenden Briefen und Telefonaten.
Jetzt stürze ich mich erstmal in die Vorbereitungen und ich werde mich vermutlich nochmal vor dem Abflug melden.
An dieser Stelle möchte ich mich erstmal herzlich bedanken für all die Unterstützung, die ich von den unterschiedlichsten Menschen in unterschiedlichster Art in den unterschiedlichsten Situationen erfahren habe. Seien es großzügige Spenden, konkrete Hilfe auf der Radtour oder liebe Unterstützung in Form von aufbauenden Briefen und Telefonaten.
Jetzt stürze ich mich erstmal in die Vorbereitungen und ich werde mich vermutlich nochmal vor dem Abflug melden.
Montag, 2. November 2009
Ein Lächeln schenken!

Auf diesem Foto bin ich mit Hagari, ihrer Tochter Fany und Rosa aus Finnland zu sehen. Wir haben die Familie im Februar 2009 in Kenia kennengelernt, als wir dort an einem work camp teilnahmen. Wir besuchten viele Frauen und hörten uns ihre berührenden Geschichten an. Auch die von Hagari und ihren zwei Töchtern, die beide eine Lippenspalte haben wie man auf dem Foto sehen kann. Sie leiden unter Atemproblemen, Schmerzen beim Schlucken, Schwierigkeiten beim Essen und Nasenbluten. Fany wurde schon einmal operiert, und zwar im Zuge der Operation Smile, einer Organisation, die sich genau solcher Kinder mit Lippenspalten annimmt und regelmäßig weltweit Operationen organisiert. Fany muss jedoch noch einmal operiert werden und ihre Schwester ebenfalls.
Die Mädchen und Hagari sind mir ziemlich ans Herz gewachsen. Sie singen und tanzen mit einer Begeisterung, die fasziniert und ansteckt. Sie nehmen die Dinge, wie sie sind, ohne sich zu beschweren. Und sie waren so stolz auf den Besuch von "wazungu", von Europäern, dass Hagari Rosa und mir Kochtöpfe schenkte, die sie normalerweise auf dem Markt verkauft, um ihre Familie ernähren zu können.
Ich habe mich damals informiert, bei Ärzten und im Krankenhaus, denn Hagari war für die Operation auch nach Schmiergeld gefragt worden, das sie natürlich nicht hatte. Allerdings ist es in Kenia gar nicht so einfach, ein paar Informationen zu bekommen. Ich konnte jedoch eine Ärztin finden, die versprach, ihr zu helfen, wenn es wieder ein "screening", eine Massenuntersuchung von Operation Smile, gäbe und dachte also, es würde alles funktionieren und ich könnte Fany bald wieder lächeln sehen. Ich gab Hagari das Fahrtgeld (umgerechnet fünf Euro) und reiste ab.
Nun stehen die Mädchen kurz vor der Operation und Hagari braucht umgerechnet 50 Euro dafür. Das „screening“ scheint schon stattgefunden zu haben, doch einen Bericht habe ich auf operationsmile.org bislang vergebens gesucht. Ich möchte Hagari, Fany und ihrer Schwester trotzdem gerne helfen und schreibe deswegen hier ihre Geschichte auf. Wenn ihr auch ein Lächeln schenken wollt, meldet euch! Ich bin sehr dankbar für jede kleine Unterstützung.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Freude!!!
Das muss jetzt raus. Es ist ja unglaublich, wie sehr sich das alles verselbststaendigt hat. Ich hatte ja gedacht, ich komme hier in Daenemark an und dann ist erstmal Schluss mit Spenden. Und nun trudeln hier Mails in meinem Postfach ein, die immer wieder von noch mehr Spenden und noch mehr Unterstuetzung erzaehlen. Sportvereine, Choere, Vereinigungen -alle haben sie eine Spende zugesagt. Vielen, vielen Dank dafuer! Und auch ein riesiges Dankeschoen an alle, die "meine" Projekte weiterhin so bekannt machen, obwohl ich selbst ja gar nicht da bin. (An erster Stelle steht dabei mein Papa!)
Jetzt werde ich den Spendenstand mal wieder nach oben korrigieren und dann meine Sachen packen, denn morgen geht es weiter von Ærø nach Fejø.
Ich habe heute uebrigens mit einem Zustaendigen fuer die Projekte telefoniert und er bedankt sich ebenfalls recht herzlich im Namen der gesamten Community fuer die ungeheure Unterstuetzung. Das spornt an, auf die Projekte vorzubereiten und zumindest schon mal Plaene zu schmieden, denn wir haben beschlossen, das Geld lieber noch nicht gleich zu ueberweisen. Das Problem bei kenianischen Konten naemlich ist, dass sie etwas kosten, und so wuerde das Spendengeld troepfchenweise in den korrupten Muehlraedern der kenianischen Buerokratie verschwinden und niemals komplett in die Projekte fliessen. Es muss also noch mehr geplant und organisiert werden, bevor die Spenden wirklich sinnvoll eingesetzt werden koennen.
Wer uebrigens noch mehr Fotos von meiner Deutschlandtour sehen will: Unter http://www.facebook.com/album.php?aid=180891&id=1303766020&l=7bcb30e1a8 kann man sie alle anschauen.
Jetzt werde ich den Spendenstand mal wieder nach oben korrigieren und dann meine Sachen packen, denn morgen geht es weiter von Ærø nach Fejø.
Ich habe heute uebrigens mit einem Zustaendigen fuer die Projekte telefoniert und er bedankt sich ebenfalls recht herzlich im Namen der gesamten Community fuer die ungeheure Unterstuetzung. Das spornt an, auf die Projekte vorzubereiten und zumindest schon mal Plaene zu schmieden, denn wir haben beschlossen, das Geld lieber noch nicht gleich zu ueberweisen. Das Problem bei kenianischen Konten naemlich ist, dass sie etwas kosten, und so wuerde das Spendengeld troepfchenweise in den korrupten Muehlraedern der kenianischen Buerokratie verschwinden und niemals komplett in die Projekte fliessen. Es muss also noch mehr geplant und organisiert werden, bevor die Spenden wirklich sinnvoll eingesetzt werden koennen.
Wer uebrigens noch mehr Fotos von meiner Deutschlandtour sehen will: Unter http://www.facebook.com/album.php?aid=180891&id=1303766020&l=7bcb30e1a8 kann man sie alle anschauen.
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